Der Jäger im Januar

Für die Jäger bedeutet der Januar, als erster Monat im Jahr, die Erfüllung der ganz persönlichen Jagdträume. Das ganze Jahr sind sie zum Beobachten am Werk, egal ob sie im Frühjahr, Sommer oder Herbst unterwegs waren. Jetzt im Januar, haben sie noch Zeit bis zum 31. März. Danach kehrt für eine gewisse Zeit Ruhe ein im Wald. Es sind also noch drei Monate, in denen gerade der Januar sehr geprägt ist, von jagdlichen Pflichten und Freuden. Der Monat Januar ist nach dem römischen Gott Janus benannt. Da dieser doppelköpfig dargestellt wird, ist er mit der Jagd recht gut zu vergleichen. Mit zwei Gesichtern kann er zurückblicken, wie es der Jäger mit den vielen Beobachtungen das Jahr über machte, und dann vorausschauend, was das nächste Jahr bringen wird. Wer glaubt Jäger sitzen nur auf dem Hochsitz und warten bis sie ein Wild erschießen können, irrt sich gewaltig.

Die wenigsten wissen, welche Aufgaben ein Jäger das ganze Jahr über zu erfüllen hat. Während des Jahres müssen Fütterungen gebaut und aufgestellt werden, damit die Tiere den Winter über gefüttert werden können. Junge Bäume werden vor dem Verbiss der Rehe geschützt, indem sie die frischen Triebe mit Schafwolle umwickeln. Dies verhindert, dass die Tiere die wohlschmeckenden Triebe in der Notzeit als Nahrung fressen. Einige Jäger legen mit entsprechender Genehmigung der Jagdgenossen, auf deren zum Teil brach liegenden Grünflächen, Wildäcker an. Was versteht man unter einem Wildacker? Hierbei handelt es sich um Gemüsesorten, die im Winter trotz Schnee noch grün sind und dem Wild zur Äsung dienen.

Mit dem Ende der Sommerzeit, werden die Hochsitze und Fütterungen überprüft und gegebenenfalls repariert. Die verschiedenen Futtersorten müssen besorgt und vermengt werden. Für die Silage, die in große Fässer abgefüllt wird, werden verschiedene Zutaten benötigt. So bekommen die Tiere ein Gemisch aus Apfelmaische, Karotten, die ein natürliches Entwurmungsmittel darstellen, zerkleinertem Heu, Haferschrot, zerkleinerten Kastanien und Maissilage. Als Zusatz, geben sie noch ein Mineralfutter aus der Rinderzucht unter diese Zutaten, damit die fehlenden Mineralien über den Winter ausgeglichen werden können. Ist alles in die Fässer abgefüllt worden, werden diese in der Nähe der Fütterungsplätze gelagert, so dass sie nach und nach über den Winter an das Wild verfüttert werden können. Dem Jäger liegt nicht nur das Rehwild und Rotwild am Herzen, sonder auch die vielen Vögel, die im Wald ihre Heimat haben. So bringen sie von Zeit zu Zeit Nistkästen an Bäumen an, oder schützen bestimmte Bäume vor dem Fällen, die als Vogelbaum dienen könnten.

Ebenso wichtig ist das immer wieder heikle Thema des Jagdschutzes. Das heißt: Das Wild muss vor wildernden Katzen und Hunden geschützt werden. Im äußersten Notfall bleibt nur der Gebrauch der Schusswaffe. Zum Glück aller Beteiligten kommt dies nicht allzu oft vor. Jäger sind Menschen, die sich sehr gerne in der Natur aufhalten. Für ihre Arbeit brauchen sie aber Hilfe. So besitzt eigentlich jeder Jäger einen Hund. Es gibt unterschiedliche Jagdhunde. Jeder wird für bestimmte Aufgaben benutzt. Ein Jagdhund hat eine spezielle Ausbildung, damit er im Ernstfall auf den Jäger hört und mit ihm gemeinsam Erfolg haben kann. Ein geeigneter Jagdhund muss auf jeden Fall schussfest sein und gute Anlagen von den Eltern mitbekommen haben.

Unter solchen Anlagen versteht man Spurlaut und Sichtlaut geben und eindeutig vorstehen können. Die Beziehung zwischen Hund und Jäger ist sehr eng, denn die beiden müssen auch ohne Worte miteinander kommunizieren können. So ist es der Fall, dass die Kommandos immer wieder in Form von Spielen trainiert werden müssen. Die Ausbildung eines guten Jagdhundes beginnt bereits beim Züchter. Da diese Hunde zum Großteil sowieso von Jägern gezüchtet werden, kann gleich von Anfang an geschaut werden, dass die Anlagen so früh wie möglich genutzt werden und daraus gute und vor allem zuverlässige Partner für andere Jäger werden.